(Transit-)Migration

Unabhängig von Gründen für Migration beschreibt die Internationale Organisation für Migration (IOM) internationale Migration als:

„Movement of persons who leave their country of origin, or the country of habitual residence, to establish themselves either permanently or temporarily in another country. An international frontier is therefore crossed.“ (IOM 2004:33).

Transitmigration bezeichnet in diesem Zusammenhang das Durchqueren eines Landes während des Migrationsprozesses9. Der Begriff ist jedoch nicht einheitlich definiert. Die IOM definiert „Transit“ in Bezug zum Luftverkehr als „a stopover of passage“, der unterschiedlich lange dauern kann (IOM 2004:66). So genannte Transitvisa werden für den ausschließlichen Zweck des Durchquerens eines Landes ausgestellt und so fallen laut Papadopoulou-Kourkoula reguläre und irreguläre Migranten_innen, Asylsuchende, anerkannte Flüchtlinge, Studenten_innen und geschleuste Personen zu einem jeweiligen Zeitpunkt ihrer Reise in die Kategorie der Transitmigranten_innen (Papadopoulou-Kourkoula 2008:5). Sie definiert den Begriff als:

„[…] the situation between emigration and settlement, that is characterized by indefinite migrant stay, legal or illegal, and may or may not develop into further migration depending on a series of structural and individual factors [… ]” (Papadopoulou-Kourkoula 2008:4).

Im europäischen Kontext wird Transitmigration als das Ergebnis einer langen Reihe von Faktoren angesehen, die die Situation der Migranten_innen an allen Stationen ihrer Reise beeinflussen. Dazu gehören sozialökonomische Entwicklung und Wandel in der Herkunftsregion, Effizienz der Grenzkontrollen, Besiedlung und Beschäftigungsaussichten für Migranten_innen, Asylpolitik und die Infrastruktur zur Aufnahme von Flüchtlingen, Migrationspolitik und die Möglichkeit eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen, die Möglichkeit zur Integration, Beherrschung der lokalen Sprache, die Möglichkeit den nächsten Reiseabschnitt finanzieren zu können, soziale und Schmuggelnetzwerke, die bei der Reiseplanung helfen, Netzwerke im Zielland, persönlicher Ehrgeiz, Entschlossenheit oder Angst, das Bewusstsein von Ehre und sozialer Druck aus dem Heimatland, sowie die Bereitschaft die Risiken der Migration einzugehen (Papadopoulou-Kourkoula 2008:7).

Aus: Lorenz, Hauke (2010): Transitmigration in Mexiko: eine ethnographische Fallstudie zu Strategien der Risikobewältigung zentralamerikanischer Migrantinnen und Migranten Hamburg.

Quellen:

IOM, Internationale Organisation für Migration (2004): Glossary on Migration IOM Genf.
Papadopoulou-Kourkoula, Aspasia (2008): Transit Migration- The missing link between emigration an settlement. Palgrave MacMillan, Hampshire.

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