Illegalisierung

Illegalisiert bedeutet entrechtet. Der Begriff schließt die politische Dimension ein, in der sich Millionen von Menschen weltweit befinden, die von einem Leben in Würde ausgeschlossen werden (Zülch 2009, Kein Mensch ist illegal (KMMI 1997).

Nicht dokumentierte Migranten_innen werden in Transit- und Zielländern häufig als Risiko für die nationale Sicherheit und als Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt wahrgenommen. Daraus resultiert eine Umgangsform mit den Migranten_innen, die auch als “Illegalisierung” bezeichnet wird und auf die sich Bedrohungen und Angriffe gegenüber Migranten_innen zurückführen lassen. Diese gefährlichen Momente der Reise sind Teil eines scheinbar überschaubaren Prozess, in den bei genauerer Betrachtung komplexe Themen hineinspielen. Um zu verstehen, weshalb sich Migranten_innen diesen Risiken aussetzen, muss auch das Zusammenspiel zwischen dem Überschreiten nationalstaatlicher Grenzen und der Wahrnehmung von Migranten_innen durch die Bevölkerung des Transitlandes verstanden werden. Transitmigration wird deshalb als komplexer Prozess begriffen, der sich auf die Migrationspolitik der betroffenen und angrenzende Länder auswirkt und diese unter Druck setzt, vor allem aber, Migranten_innen und Flüchtlinge verwundbar macht (Papadopoulou-Kourkoula 2008:8).

Aus: Lorenz, Hauke (2010): Transitmigration in Mexiko: eine ethnographische Fallstudie zu Strategien der Risikobewältigung zentralamerikanischer Migrantinnen und Migranten Hamburg.

Quellen:

KMMI, Kein Mensch ist illegal – Köln (1997): manifest 1997, Köln (Letzter Zugriff am 06.08.2012).
Papadopoulou-Kourkoula, Aspasia (2008): Transit Migration- The missing link between emigration an settlement. Palgrave MacMillan, Hampshire.
Zülch, Tim (2009): Illegalisiert aber nicht rechtlos. In: Neues Deutschland vom 20.02.2009.

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